Neuland Neumünster. Migrationsgeschichten einer Stadt

Zu Fuß vor der russischen Armee geflohen. Mit dem Zug drei Tage von Istanbul nach Neumünster gereist. Im Schlauchboot über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Diese Erlebnisse sind Bruchstücke sehr verschiedener Biographien.

Gemeinsam ist allen Erzähler*innen jedoch der neue Wohnort Neumünster. Unter dem Titel „Neuland Neumünster. Migrationsgeschichten einer Stadt“ zeigt das Museum Tuch + Technik vom 31. Januar bis zum 7. Juni 2020 eine Sonderausstellung, die persönliche Zuwanderungsgeschichten nach Neumünster erzählt, ergänzt durch Fotos und Exponate, zum Teil aus Privatbesitz. Kooperationspartner sind das Forum der Vielfalt Neumünster und der Schleswig-Holsteinische Heimatbund, Ortsverband Neumünster.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Neumünster seit Jahrhunderten durch Zuwanderung geprägt ist. Angefangen bei dem Bevölkerungszuwachs im 19. Jahrhundert zur Zeit der Industrialisierung über die Rekrutierung von Zwangsarbeiter*innen während des Zweiten Weltkriegs und der Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten bis zur Einstellung von Arbeitskräften aus den Ländern Südeuropas, der Türkei und Tunesiens in den 1960er und 1970er Jahren. Das Jahr 2015 stellte auch die Stadt Neumünster vor besondere Herausforderungen als tausende Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Irak Asyl beantragten.
Durch die persönlichen Migrationsgeschichten wird es den Besucher*innen der Ausstellung möglich, unterschiedliche Sichtweisen, Schicksale und Erfahrungen kennenzulernen und das Thema Migration aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Neumünsteraner*innen – mit und ohne Migrationshintergrund – haben sich aktiv an den Vorbereitungen zur Ausstellung beteiligt. Im Rahmen von Workshops und Arbeitstreffen diskutierten sie Ideen zur Ausstellung, den Begriff Heimat und tauschten Migrationserfahrungen aus.

Die Ausstellung wird gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes. Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt in deutschen Städten und Kommunen mit bis zu 250.000 Einwohnern. 

Eröffnung
Donnerstag, 30. Januar 2020, 19 Uhr, Eintritt frei
Einladung

Ausstellung
31. Januar bis 7. Juni 2020

Flyer

Informationen zur Entstehung der Ausstellung finden Sie hier

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Spiel mit Licht und Schatten
Handgewobene moderne Damastgewebe

Wer kennt sie nicht, die reich gemusterten Tafelleinen, weiß in weiß, bei denen das Muster einzig durch den Einfall des Lichtes sichtbar wird? Nach dem gleichen Prinzip funktionieren auch die modernen Damastgewebe, sie spielen mit Licht und Schatten – und zusätzlich mit Farbe. Das Museum Tuch + Technik zeigt die ganze Bandbreite der heutigen modernen Damastweberei in einer Sonderausstellung.

Europaweit gibt es noch einige Weberinnen und Weber, gruppiert in der Damastwebergilde, die sich dieser aufwändigen Webtechnik widmen. Man benötigt dazu einen besonderen (großen) Webstuhl und vor allem viel Zeit. Wie vor hunderten von Jahren werden einem vorgefertigten Entwurf folgend die Musterschäfte gehoben, um das Muster entstehen zu lassen. Neben dem Grundmuster, auf dessen Oberseite des Stoffes der Schuss dominiert und nur vereinzelt die Kettfäden durchscheinen, wird über eine besondere Vorrichtung die Möglichkeit geschaffen, hier und da eine Gruppe von Kettfäden beim Weben anzuheben, so dass sie an diesem Punkt von nur wenigen Millimetern Kantenlänge allein sichtbar werden. Je nachdem, wie das Licht darauf fällt, wie Licht und Schatten mit dem Stoff „spielen“, kommt das Gewebe immer wieder neu zur Geltung.

Die Digitalisierung hat auch in der Damastweberei Einzug gehalten, und so gibt es heute die Möglichkeit, den Computer in den Arbeitsprozess einzubinden. Auch der Webstuhl hat sich weiterentwickelt und eröffnet neue Mustermöglichkeiten. Die Ausstellung zeigt daher auch ungewöhnliche Muster, auch Fotos wurden als Vorlage verwendet.

Das Museum Tuch + Technik ist die letzte Station der Wanderausstellung, die bereits unter anderem in den Niederlanden, der Schweiz und in Estland zu sehen war.

Eröffnung
Donnerstag, 6. Februar 2020, 19 Uhr, Eintritt frei

Ausstellung
7. Februar bis 10. Mai 2020

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Ausstellungen in Planung

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17. Mai bis 23. August 2020

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13. November 2020 bis 7. März 2021

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19. November 2020 bis 17. Januar 2021