Lockdown in Neumünster - Fotografien von Monika Krebs

Die Pandemie hat viele Gesichter – die Neumünsteraner Fotografin Monika Krebs hat sie im Laufe des vergangenen Jahres eingefangen. 70 Fotos in fotografischen Zusammen-stellungen werden jetzt in der Fensterfront des Museums Tuch + Technik ausgestellt. Sie sind für alle Passanten unabhängig von pandemiebedingten Schließ- und Öffnungs-zeiten zu sehen.

Die Folgen eines Jahres, das nie geahnte Veränderungen mit sich gebracht hat – und weiterhin bringen wird – zeigen sich in einem vielschichtigen Spektrum draußen vor der Tür. Sie sind Begleiter des Alltags im öffentlichen Leben geworden: Schilder, Plakate, Bilder, Textilien – streng offiziell, freundlich bittend, eindringlich fordernd, bunt gemalt und bedruckt. Allen gemeinsam ist eine Aussage: Passt auf!

Ebenso fester Bestandteil des Alltags auf der Straße, in Geschäften, in öffentlichen und kulturellen Einrichtungen sind Masken. Vor einem Jahr noch Herausforderung für modi-sche Kreativität sind sie inzwischen auf ein eindeutig medizinisches Outfit reduziert.

Dass die nun beinahe vertrauten Regeln mittlerweile verblassen, Spuren von Wind und Wetter tragen, krumm und ausgefranst ihre Botschaft von sich geben, macht die Dauer ihres Vorhandenseins erschreckend deutlich. Und auch, dass die Masken zu einem überall sichtbaren Wegwerfartikel geworden sind, muss als Zeichen der Zeit verstanden werden.

Die Fotografien der Ausstellung „Lockdown in Neumünster“ sind keine tagebuchähnliche Wiedergabe individueller, menschlicher Empfindungen in schweren Zeiten. Sie sind kein Fazit und kein Resümee. Sie geben in fotografischer Form Wahrnehmungen wieder. Wahrnehmungen, die in Neumünsters Innenstadt zu finden sind. Alltägliche Bilder. Nie-mand aber würde sie vermissen, wären sie morgen verschwunden.

Einige Fenster in Fensterfront sind zudem für ein anderes Projekt reserviert: Mit einem Schmunzeln über eines der meistgefragten Produkte in den ersten Lockdown-Wochen hatten Museum und Seniorenbüro der Stadt Neumünster aufgerufen, Toilettenpapierrol-len zu umhäkeln. Die Ergebnisse werden an diesem öffentlichen Örtchen gezeigt.

Ausstellung
bis Juni 2021
Fensterfront des Museums zum Kleinflecken - frei zugänglich

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Die Ausstellung "Verborgene Schätze" war seit der Wiedereröffnung des Museums Tuch + Technik am 9. März bis zum 21. März 2021 zu sehen. An dieser Stelle geben wir Gelegenheit, die Exponate zumindest virtuell noch einige Zeit länger zu betrachten.


Verborgene Schätze - Entdeckungen in den Museumsdepots

Nur ein Bruchteil der gesamten Sammlung des Museums Tuch + Technik kann in der Dauerausstellung im Gebäude am Kleinflecken gezeigt werden – der weitaus größere Teil „schlummert“ sicher verstaut in den Depots des Museums in Wasbek und der Werkhalle an der Klosterstraße. In den vergangenen Monaten hat das Museum gemeinsam mit dem Holsteinischen Courier einige besonders spannende Objekte in Zeitungsberichten vorgestellt. 

Dabei ist nicht der Eigenwert ausschlaggebend für die Auswahl, sondern der Kontext, aus dem die Objekte stammen, die Geschichte, mit der sie verbunden sind. Zu den interessanten Schätzen der Stadtgeschichte gehört zum Beispiel ein langes, grün-blaues Damenkleid aus dem Jahr 1917, das aufwändig gearbeitet ist, mit den eingenähten Falten besonders hübsch fällt. Es ist jedoch nicht aus Stoff, sondern aus Papiergewebe gefertigt – ein Spiegelbild der Not und der Rohstoffknappheit im Ersten Weltkrieg. Eine chinesische Seidenfahne gehört ebenfalls zu den Exponaten – vermutlich kam sie nach dem Boxeraufstand 1901 mit einer chinesischen Sühnegesandtschaft nach Deutschland. Das Rätsel, wie die Fahne ins Neumünsteraner Depot kam, ist noch nicht gelöst. Spannende Geschichten ranken sich auch um ein Damenbein aus Keramik, einen Wandteppich oder eine koptische Tunika aus dem 3. Jahrhundert.

Elf Exponate geben Einblick in die Sammlung des Museums „hinter den Kulissen“ – insgesamt werden in den Depots fast 15.000 Objekte aufbewahrt.

 

 

Einführung in die Ausstellung von Direktorin Astrid Frevert

 

 

 Die Exponate